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Eduard Mörike

        

1804 geb. 8. September in Ludwigsburg
7. von 13. Kinder des Ehepaares Karl Friedrich Mörike (Amtsarzt) und Charlotte Dorothea
geht nach dem Tod seines Vaters in die Lateinschule
1817 Umzug nach Stuttgart
Dank des Präsidenten Eberhard von Georgii konnte Mörike das dortige Gymnasum besuchen
1818 theologisches Studium in Urach
(Mörike studierte Theologie nur auf Wunsch des Epigrammatist und Improvisator Hofrat Hang)
verliebt sich in seine Cousine Klärchen Neuffer
1822 theologisches Studium am Tübinger Stift (mittelmäßiger Erfolg)
1823 lernt Maria Meyer (2 Jahre älter als Mörike) kennen 
Als er sie verliert, stürzt er in eine schwere Daseins- und Sinnkrise
1826 macht sein Examen in Theologie in Tübingen
Beginn der 8jährigen Vikarszeit, unter anderem in Nürtingen, Oberboihingen, Möhringen, Köngen, Pflummern, Plattenhardt, Owen, Eltingen, Ochsenwang, Öthlingen usw.
erste Orplid-Dichtungen mit seinem Freund Ludwig Bauer
Mörike war unzufrieden mit seinem Leben und versuchte sich durch die Orplid-Gedichte eine Traumwelt zu schaffen, in der er seine "Krankheit" zu heilen erhoffte
1827-1828 Redakteur bei einer Zeitschrift
seine Bemühungen ein "novellistischer" Mitarbeiter bei einer Frauenzeitschrift zu werden, misslangen
Ver-und Entlobung mit Luise Rau (Pfarrerstochter), wohnhaft in Göttingen
in Luise fand Mörike Ruhe und Geborgenheit
ab 1834 Pfarrer in Cleversulzbach
lebt dort mit seiner Mutter und seiner Schwester Klara
1841 Tod der Mutter 
schwere innere Krisen, Mörike empfand die Arbeitspflichten erdrückend und litt unter vielen Krankheitsanfällen
Entstehung der Gedichte:
"Lucie Gelmeroth" (1824); "Der Schatz" (1835); "Der Bauer und der Sohn" (1838)
1843 Pension wegen dauernder Krankheitsumstände (39 Jahre alt!)
Umzüge nach Wermutshausen und Schwäbisch Gmünd
1844 lebt mit seiner Schwester Klara in Bad Mergentheim
1851 Hochzeit mit Margarethe von Speeth (18 Jahre jünger als Mörike) nach 7jähriger Verlobung
- Mörike bekommt 2 Töchter, namens Fanny (*1855) und Marie (*1857) 
gibt Literaturstunden im Katharinenstift (doch selbst 1 Stunde pro Woche empfand er als zuviel)
1852 bekommt den Ehrendoktortitel von der Universität verliehen
Besuche berühmter Schrifsteller u.a. von Storm, Heyse, Geibel, Turgenjew
seine letzten Prosawerke entstanden:
"Das Stuttgarter Hutzelmännlein" (1852); "Die Hand der Jezerte" (1853); "Mozart auf der Reise nach Prag" (1855)
1855 Hofrat
1856 bekommt die Professur
1867 Umzug nach Lorch
1869 Umzug nach Stuttgart
1870 Umzug nach Nürtingen
1873 Trennung von Margarethe, da es Differenzen zwischen Klara und Margarethe gab u.a. auch aus Konfessionsunterschieden (Margarethe war Katholikin)
Umzug nach Stuttgart
1875 stirbt am 4. Juni
Mörike wird auf dem Stuttgarter Pragfriedhof begraben
Seine Grabrede hielt Friedrich Theodor, der einer seiner engsten Freunde war:
"Denn da ist ein guter Mensch geschieden - gut, wenn Gutsein doch etwas anderes als nur Meiden des schlechten, wenn es eine Kraft, ein Leben, wenn es Liebe bedeutet. Ja, Liebe, das war es: herzliches Sichversetzen in jeden fremden Zustand, in alles und jedes, was Menschen sind und leben und leiden, auch in die arme, dunkle Seele der sprachlosen Kreatur. Er verstand jede Stimmung, man konnte in jeder das Herz bei ihm erleichtern, er fand die Gedanken, wenn sie kaum auf die Lippen traten."


Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.