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„Tage der Wiederbelebung“ am Mörike-Gymnasium

Im Rahmen der „Tage der Wiederbelebung“ wurde das Mörike-Gymnasium an zwei Schultagen von zahlreichen Ärzten und Mitarbeitern der Alb-Fils-Kliniken und Erste-Hilfe-Ausbildern des Deutschen Roten Kreuz Göppingen besucht. Das Ziel dieses besonderen Besuchs war die Sensibilisierung und Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das richtige Handeln im Falle einer alltäglichen Notsituation, in der eine Person einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand erleidet. In 30-minütigen Workshops wurden alle Klassen über dieses wichtige Thema zunächst aufgeklärt und dann der richtige Handlungsablauf gemeinsam geübt. Das lebensrettende Erfolgsrezept lässt sich dabei recht kurz zusammenfassen: „Prüfen, Rufen, Drücken“.

  1. Prüfen: Herausfinden, ob die Person noch ansprechbar ist und die Atmung noch funktioniert.
  2. Rufen: Die Notrufnummer 112 wählen und andere Helfer in der Nähe hinzurufen.
  3. Drücken: Im Falle eines Herzstillstands die Herzdruckmassage so lange durchführen (mind. 100x Drücken pro Minute), bis die Rettungskräfte eintreffen.

Zunächst berichtete die Ärztin Dr. Nikola Kandhari in einem Kurzvortrag von zwei eindrucksvollen Beispielen, in denen zwei Männer in den Bergen – in verschiedenen Situationen, aber beide sehr weit von der nächsten Klinik entfernt und nur per Helikopter zu erreichen – durch ihre Ehefrauen gerettet werden konnten, weil diese jeweils richtig reagierten und die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung über 30 Minuten hinweg durchführten. Beide Männer überlebten den Herzinfarkt unbeschadet und ohne bleibende Beeinträchtigungen.

Solche Erfolgsgeschichten seien aber nicht selbstverständlich, da das Gehirn ohne die notwendige Versorgung mit Sauerstoff über das Blut bereits nach wenigen Minuten Schädigungen davontrage. „Ohne eine rasche und richtig durchgeführte Herzdruckmassage treten bereits 3-5 Minuten nach dem Herzstillstand bleibende Schädigungen am Gehirn auf. Bleibt das Gehirn länger als 10 Minuten ohne Sauerstoff, ist ein normales, selbstbestimmtes Leben nicht mehr möglich“, erklärte Dr. Kandhari. Deswegen sei es extrem wichtig, dass Helfer vor Ort möglichst sofort die Herzdruckmassage durchführten.

Im zweiten Teil des Workshops probten die Schülerinnen und Schüler den Ernstfall an einer Trainingspuppe selbst. Nach einer kurzen Ansprache der „Person“ wurde von den Schülern simulativ der Notarzt verständigt. Dann erfolgte die Anwendung einer mehrminütigen Herzdruckmassage zur rhythmisch passenden Musik von Lady Gaga und Queen, bei der die Schülerinnen und Schüler ganz schön ins Schwitzen kamen. Nach der erfolgreichen „Rettung“ aller Trainingspuppen waren sich die Jugendlichen daher auch schnell einig: Die mehrminütige Herzdruckmassage war ganz schön anstrengend. Aber es sei auch unglaublich wichtig zu wissen, dass durch das doch recht einfache „Prüfen, Rufen, Drücken“ tatsächlich Menschen gerettet werden können.

Das Mörike-Gymnasium bedankt sich ganz herzlich bei den Alb-Fils-Kliniken und dem DRK, den anwesenden Klinikangestellten und Erste-Hilfe-Ausbildern sowie bei den organisierenden Lehrkräften für diese äußerst informative und durchweg gelungene Kooperation.

Aufgrund der zeitlichen Überschneidung mit der Fünferles-Freizeit konnte der Workshop bei zwei 5. Klassen leider nicht durchgeführt werden.

 

Text u. Fotos: Marius Pfleghar
Veröffentlicht: 11.10.2019 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Klinik-Ärzte Frau Dr. Nikola Kandhari und Herr Sebastian Fischle während dem Kurzvortrag.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Bettina Steinbach (Deutsches Rotes Kreuz) demonstriert die Herzdruckmassage.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Zum Schluss durften die Schülerinnen und Schüler aus der KS2 endlich auch selbst Hand anlegen.